Passionsweg 2013 im Isenhagener Land
Sonntag, 17. März 2013, 10 Uhr, Klosterkirche Isenhagen
Abendmahl – »... für viele vergossen«
Am Abend kam Jesus mit den Zwölfen. Und als sie bei Tisch waren und aßen, sprach Jesus: Wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch, der mit mir isst, wird mich verraten. Und sie wurden traurig und fragten ihn, einer nach dem andern: Bin ich's? Er aber sprach zu ihnen: Einer von den Zwölfen, der mit mir seinen Bissen in die Schüssel taucht. Der Menschensohn geht zwar hin, wie von ihm geschrieben steht; weh aber dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird! Es wäre für diesen Menschen besser, wenn er nie geboren wäre.
Und als sie aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach's und gab's ihnen und sprach: Nehmet; das ist mein Leib. Und er nahm den Kelch, dankte und gab ihnen den; und sie tranken alle daraus. Und er sprach zu ihnen: Das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird. Wahrlich, ich sage euch, dass ich nicht mehr trinken werde vom Gewächs des Weinstocks bis an den Tag, an dem ich aufs Neue davon trinke im Reich Gottes. Und als sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg. (Markus 14,17–26)
Montag, 18. März 2013, 19 Uhr, St. Stephanus-Kirche Wittingen
Gethsemane – »... sondern was du willst«
Und sie kamen zu einem Garten mit Namen Gethsemane. Und er sprach zu seinen Jüngern: Setzt euch hierher, bis ich gebetet habe. Und er nahm mit sich Petrus und Jakobus und Johannes und fing an zu zittern und zu zagen und sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibt hier und wachet!
Und er ging ein wenig weiter, warf sich auf die Erde und betete, dass, wenn es möglich wäre, die Stunde an ihm vorüberginge, und sprach: Abba, mein Vater, alles ist dir möglich; nimm diesen Kelch von mir; doch nicht, was ich will, sondern was du willst! Und er kam und fand sie schlafend und sprach zu Petrus: Simon, schläfst du? Vermochtest du nicht, eine Stunde zu wachen? Wachet und betet, dass ihr nicht in Versuchung fallt! Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach.
Und er ging wieder hin und betete und sprach dieselben Worte und kam zurück und fand sie abermals schlafend; denn ihre Augen waren voller Schlaf, und sie wussten nicht, was sie ihm antworten sollten. Und er kam zum dritten Mal und sprach zu ihnen: Ach, wollt ihr weiter schlafen und ruhen? Es ist genug; die Stunde ist gekommen. Siehe, der Menschensohn wird überantwortet in die Hände der Sünder. Steht auf, lasst uns gehen! Siehe, der mich verrät, ist nahe. (Markus 14,32–42)

Beten
was fühlt ein Mensch, der betet?
Hoffnung – Hoffnung ist grün
Kraft – Kraft ist groß und mächtig
Ruhe – Jesus betet allein
abseits der Jünger
das Gebet als einzige Verbindung
der eigenen Seele mit Gott
Gott nimmt durch unser Gebet
unsere Seele in sich auf:
er zieht sie hinauf zu sichDienstag, 19. März 2013, 19 Uhr, St. Johannes-Kirche Zasenbeck
Gefangennahme – »... und küsste ihn«
Und alsbald, während er noch redete, kam herzu Judas, einer von den Zwölfen, und mit ihm eine Schar mit Schwertern und mit Stangen, von den Hohenpriestern und Schriftgelehrten und Ältesten. Und der Verräter hatte ihnen ein Zeichen genannt und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist's; den ergreift und führt ihn sicher ab. Und als er kam, trat er alsbald zu ihm und sprach: Rabbi!, und küsste ihn. Die aber legten Hand an ihn und ergriffen ihn. Einer aber von denen, die dabeistanden, zog sein Schwert und schlug nach dem Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm ein Ohr ab.
Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Ihr seid ausgezogen wie gegen einen Räuber mit Schwertern und mit Stangen, mich zu fangen. Ich bin täglich bei euch im Tempel gewesen und habe gelehrt, und ihr habt mich nicht ergriffen. Aber so muss die Schrift erfüllt werden. Da verließen ihn alle und flohen. Ein junger Mann aber folgte ihm nach, der war mit einem Leinengewand bekleidet auf der bloßen Haut; und sie griffen nach ihm. Er aber ließ das Gewand fahren und floh nackt davon. (Markus 14,43–52)

Judas
der Verräter
schwarze Lippen
schwarze Augen
ein verlogener Kuss für Geld
Blutgeld
Judas der Helfer – tragischer Held:
ein notwendiges Werkzeug,
um die Schrift zu erfüllen
Judas und Jesus – Freunde
tief in ihrer Seele
sehen sie ähnlich aus
beide verwundet und zerrissen:
Jesus erträgt, was er schon weiß
Judas handelt
und zerbricht später daranMittwoch, 20. März 2013, 19 Uhr, St. Michaelis-Kirche Ehra
Falsches Zeugnis – »... und antwortete nichts«
Und sie führten Jesus zu dem Hohenpriester; und es versammelten sich alle Hohenpriester und Ältesten und Schriftgelehrten. Petrus aber folgte ihm nach von ferne, bis hinein in den Palast des Hohenpriesters, und saß da bei den Knechten und wärmte sich am Feuer.
Aber die Hohenpriester und der ganze Hohe Rat suchten Zeugnis gegen Jesus, dass sie ihn zu Tode brächten, und fanden nichts. Denn viele gaben falsches Zeugnis ab gegen ihn; aber ihr Zeugnis stimmte nicht überein.
Und einige standen auf und gaben falsches Zeugnis ab gegen ihn und sprachen: Wir haben gehört, dass er gesagt hat: Ich will diesen Tempel, der mit Händen gemacht ist, abbrechen und in drei Tagen einen andern bauen, der nicht mit Händen gemacht ist. Aber ihr Zeugnis stimmte auch so nicht überein. Und der Hohepriester stand auf, trat in die Mitte und fragte Jesus und sprach: Antwortest du nichts auf das, was diese gegen dich bezeugen? Er aber schwieg still und antwortete nichts. (Markus 14,53–61a)

scheinheilige Zeugen
falsche Beschuldigungen
Jesus erträgt
die Arme über Kreuz
einsam, still und leise
weiß, was kommen wird
die Gefahr kommt näher
eine unsichtbare Hand
legt sich auf seine Schulter
du bist nicht alleinDonnerstag, 21. März 2013, 19 Uhr, St. Georgs-Kirche Steinhorst
Anklage – »... des Todes schuldig«
Da fragte ihn der Hohepriester abermals und sprach zu ihm: Bist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten? Jesus aber sprach: Ich bin's; und ihr werdet sehen den Menschensohn sitzen zur Rechten der Kraft und kommen mit den Wolken des Himmels.
Da zerriss der Hohepriester seine Kleider und sprach: Was bedürfen wir weiterer Zeugen? Ihr habt die Gotteslästerung gehört. Was ist euer Urteil? Sie aber verurteilten ihn alle, dass er des Todes schuldig sei. Da fingen einige an, ihn anzuspeien und sein Angesicht zu verdecken und ihn mit Fäusten zu schlagen und zu ihm zu sagen: Weissage uns! Und die Knechte schlugen ihn ins Angesicht. (Markus 14,61b–65)

Jesus
entschlossener Blick
ja, ich gehe diesen Weg
er wusste, was er tat
akzeptiert seinen Tod als
seine persönliche Kampfmethode
die Entscheidung ist gefallen
der Hohepriester
zerreißt zum Zeichen der
Gotteslästerung seine KleiderFreitag, 22. März 2013, 19 Uhr, St. Pankratius-Kirche Hankensbüttel
Verleugnung – »... einer von denen«
Und Petrus war unten im Hof. Da kam eine von den Mägden des Hohenpriesters; und als sie Petrus sah, wie er sich wärmte, schaute sie ihn an und sprach: Und du warst auch mit dem Jesus von Nazareth. Er leugnete aber und sprach: Ich weiß nicht und verstehe nicht, was du sagst. Und er ging hinaus in den Vorhof, und der Hahn krähte. Und die Magd sah ihn und fing abermals an, denen zu sagen, die dabeistanden: Das ist einer von denen. Und er leugnete abermals.
Und nach einer kleinen Weile sprachen die, die dabeistanden, abermals zu Petrus: Wahrhaftig, du bist einer von denen; denn du bist auch ein Galiläer. Er aber fing an, sich zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht, von dem ihr redet. Und alsbald krähte der Hahn zum zweiten Mal. Da gedachte Petrus an das Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er fing an zu weinen. (Markus 14,66–72)

Petrus
tapfer
der einzige, der Jesus
nicht alleine lassen wollte
und ihm folgte
Petrus
graue, farblose Leere
tief beschämt, verzweifelt
und so menschlich
die Mägde
sie wissen, dass er dazu gehört
fragen nach
haben Erbarmen
und gehen weiterSonnabend, 23. März 2013, 19 Uhr, St. Laurentius-Kirche Ohrdorf
Prozess – »... dem Volk zu Willen«
Und alsbald am Morgen hielten die Hohenpriester Rat mit den Ältesten und Schriftgelehrten und dem ganzen Hohen Rat, und sie banden Jesus, führten ihn ab und überantworteten ihn Pilatus. Und Pilatus fragte ihn: Bist du der König der Juden? Er aber antwortete und sprach zu ihm: Du sagst es. Und die Hohenpriester beschuldigten ihn hart. Pilatus aber fragte ihn abermals: Antwortest du nichts? Siehe, wie hart sie dich verklagen! Jesus aber antwortete nichts mehr, sodass sich Pilatus verwunderte.
Er pflegte ihnen aber zum Fest einen Gefangenen loszugeben, welchen sie erbaten. Es war aber einer, genannt Barabbas, gefangen mit den Aufrührern, die beim Aufruhr einen Mord begangen hatten. Und das Volk ging hinauf und bat, dass er tue, wie er zu tun pflegte. Pilatus aber antwortete ihnen: Wollt ihr, dass ich euch den König der Juden losgebe? Denn er erkannte, dass ihn die Hohenpriester aus Neid überantwortet hatten.
Aber die Hohenpriester reizten das Volk auf, dass er ihnen viel lieber den Barabbas losgebe. Pilatus aber fing wiederum an und sprach zu ihnen: Was wollt ihr denn, dass ich tue mit dem, den ihr den König der Juden nennt? Sie schrien abermals: Kreuzige ihn! Pilatus aber sprach zu ihnen: Was hat er denn Böses getan? Aber sie schrien noch viel mehr: Kreuzige ihn! Pilatus aber wollte dem Volk zu Willen sein und gab ihnen Barabbas los und ließ Jesus geißeln und überantwortete ihn, dass er gekreuzigt werde. (Markus 15,1–15)

das Volk
eine leicht manipulierbare Masse
gerade noch
Jubel mit »Hosianna«
und jetzt »kreuzige ihn!«
Pilatus ahnte Unrecht
möchte vermitteln
Pilatus
gebeugt durch die
Macht der Menschenmenge
Erpressung durch die Gesellschaft
er möchte helfen
und gibt aufSonntag, 24. März 2013, 19 Uhr, Kapelle Johannes der Täufer Bokel
Verspottung – »... spien ihn an«
Die Soldaten aber führten ihn hinein in den Palast, das ist ins Prätorium, und riefen die ganze Abteilung zusammen und zogen ihm einen Purpurmantel an und flochten eine Dornenkrone und setzten sie ihm auf und fingen an, ihn zu grüßen: Gegrüßet seist du, der Juden König! Und sie schlugen ihn mit einem Rohr auf das Haupt und spien ihn an und fielen auf die Knie und huldigten ihm. Und als sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Purpurmantel aus und zogen ihm seine Kleider an. (Markus 15,16–20a)

Jesus
gekrönt mit Dornen
in Purpur gekleidet
Schläge und Bespucken
er erträgt und erleidet
deshalb versteht er uns
wenn wir leiden
die Schrift schützt seine Seele
er lässt sich nicht entwürdigen
lässt keinen Platz für Spott
durch seine
EntschlossenheitMontag, 25. März 2013, 19 Uhr, St. Pancratius-Kirche Altendorf
Letzter Weg – »... ihm das Kreuz trage«
Und sie führten ihn hinaus, dass sie ihn kreuzigten. Und zwangen einen, der vorüberging, mit Namen Simon von Kyrene, der vom Feld kam, den Vater des Alexander und des Rufus, dass er ihm das Kreuz trage. Und sie brachten ihn zu der Stätte Golgatha, das heißt übersetzt: Schädelstätte. Und sie gaben ihm Myrrhe in Wein zu trinken; aber er nahm's nicht. (Markus 15,20b–23)

ein schwerer Weg
nach Golgatha
Simon von Kyrene
wahllos herausgegriffen
zu helfen
die Last wird ihm schwer
Jesus schließt dankbar
die Augen
spürt Simon diese Nähe?
einer trage des anderen Last
Hilfe verbindet
der Helfer
wird zum WeggefährtenDienstag, 26. März 2013, 19 Uhr, St. Gabriels-Kirche Darrigsdorf
Kreuzigung – »... sich selber nicht helfen«
Und sie kreuzigten ihn. Und sie teilten seine Kleider und warfen das Los, wer was bekommen solle. Und es war die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten. Und es stand über ihm geschrieben, welche Schuld man ihm gab, nämlich: Der König der Juden.
Und sie kreuzigten mit ihm zwei Räuber, einen zu seiner Rechten und einen zu seiner Linken. Und die vorübergingen, lästerten ihn und schüttelten ihre Köpfe und sprachen: Ha, der du den Tempel abbrichst und baust ihn auf in drei Tagen, hilf dir nun selber und steig herab vom Kreuz! Desgleichen verspotteten ihn auch die Hohenpriester untereinander samt den Schriftgelehrten und sprachen: Er hat andern geholfen und kann sich selber nicht helfen. Ist er der Christus, der König von Israel, so steige er nun vom Kreuz, damit wir sehen und glauben. Und die mit ihm gekreuzigt waren, schmähten ihn auch. (Markus 15,24–32)

ein weißes
ein mächtiges Kreuz
kein dunkles und schweres
Weiß als Symbol
der Gewaltlosigkeit
als Jesus leiden muss
schlägt er nicht zurück
um sein Leiden zu verhindern
sich selber nicht helfen
weil gerade das sein Sieg ist
Liebe und Leiden
als Antwort auf Hass
... Dornen entschwebenMittwoch, 27. März 2013, 19 Uhr, St. Georgs-Kirche Eutzen
Tod – »... mich verlassen?«
Und zur sechsten Stunde kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde. Und zu der neunten Stunde rief Jesus laut: Eli, Eli, lama asabtani? Das heißt übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
Und einige, die dabeistanden, als sie das hörten, sprachen sie: Siehe, er ruft den Elia. Da lief einer und füllte einen Schwamm mit Essig, steckte ihn auf ein Rohr, gab ihm zu trinken und sprach: Halt, lasst sehen, ob Elia komme und ihn herabnehme! Aber Jesus schrie laut und verschied.
Und der Vorhang im Tempel zerriss in zwei Stücke von oben an bis unten aus. Der Hauptmann aber, der dabeistand, ihm gegenüber, und sah, dass er so verschied, sprach: Wahrlich, dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen! (Markus 15,33–39)

nicht verlassen
sondern verwandelt
Dornen verwandeln sich
in eine Krone
nach der Verzweiflung
folgt Versöhnung mit Gott
Krone des Sieges
das dunkle Gestein
wurde überwunden
und besiegt
es ist nun kümmerlich klein
Jesus nimmt die Botschaft
von der Liebe Gottes
aus dem Raum der Lebenden auch
in den Raum der Toten mit hinein
alles ist jetzt hell und leuchtend
sterben bedeutet vielleicht
mehr als vorher zu leben